Verfasst von: Christian Reinboth | Oktober 23, 2007

Drei Arten von Kraftwerken

Welche Rolle spielen erneuerbare Energien in der allgemeinen Stromversorgung und wie lassen sich Windräder und Wasserkraftwerke ins Versorgungsnetz einordnen? Der erste Lehrbrief des Fernstudiengangs “Regenerative Energiequellen” der Fernschule Weber, den ich zur Zeit mit großem Interesse durcharbeite, beschäftigt sich mit der korrekten “Klassifizierung” der Bausteine unserer Energieversorgung:

 

Grundlastkraftwerke = Diese Kraftwerke decken, wie der Name schon sagt, die Energie-Grundversorgung ab und liefern rund um die Uhr die gleiche Energiemenge. In diese Kategorie gehören Atomkraftwerke, größere Kohlekraftwerke und – aus dem Feld der erneuerbaren Energietechnik – alle großen Wasserkraftwerke.

 

Mittellastkraftwerke = Bei diesen Einrichtungen handelt es sich um kleiner dimensionierte Kraftwerke, deren Leistung über den Tag nicht gleich bleibt sondern bedarfsabhängig verändert werden kann. Dazu gehören insbesondere kleinere Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke. Das wesentliche Merkmal dieser Kraftwerkskategorie ist die leichte Veränderbarkeit der gelieferten Energiemenge, die es ermöglicht, Lastspitzen aufzufangen, die zu bestimmten Tageszeiten auftreten.

 

Spitzenlastkraftwerke = Mit diesen Kraftwerken können kurzfristig entstehende oder unerwartete Bedarfe abgedeckt werden, es handelt sich daher um kleinere Kraftwerke, die schnell hochgefahren werden können und meist geringe Energiemengen produzieren. Ein weiteres Merkmal von Spitzenlastkraftwerken ist die Dezentralität und Unabhängigkeit vom allgemeinen Stromnetz, d.h. Spitzenlastkraftwerke können auch in ansonsten wenig erschlossenen Gebieten zur Stromversorgung beitragen. In diese Kategorie fallen die meisten erneuerbaren Energiesysteme wie beispielsweise Windkraft- oder Photovoltaikanlagen.

 

Das wesentliche Problem bei der dezentralen Versorgung über erneuerbare Energiesysteme ist die Versorgungsunsicherheit, die sich aus der Tatsache ergibt, dass natürliche Energien wie Wind und Sonne nicht rund um die Uhr verfügbar sind und in Zeiten der Niedrigauslastung erzeugte, überschüssige Energie noch nicht effizient gespeichert werden kann. Der beste Lösungsansatz für dieses Problem besteht in der Kombination mehrerer erneuerbarer Energieformen, also beispielsweise Solar- und Windkraftwerke, Geothermie oder Pumpspeicherwerke, in denen tagsüber Wasser in eine höhere Lage gepumpt wird und Nachts zurückfließt und dabei einen Generator antreibt. Durch eine solche Kombination von tagsüber (Sonne), gelegentlich (Wind), nachts (Pumpspeicherwerk) oder permanent (Geothermie) verfügbaren Energieformen wird die Versorgungsunsicherheit massiv verringert und eine gleichmäßige Energieversorgung erreicht.

 

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Responses

  1. Ist es nicht langfristig wesentlich sinnvoller, unseren Bedarf der jeweils zur Verfügung stehenden Energie anzupassen?

    Ein gravierender Strukturwandel in der Energiewirtschaft ist ja eh absehbar, das dürfte sich vom Aufwand her nichts geben, das Problem mit der Versorgungsunsicherheit von der Bedarfsseite her anzugehen.

  2. […] des gesamten europäischen Stromnetzes – wenn sich zu viele Menschen daran beteiligen. Da aber die Grundlastkraftwerke nicht eben schnell für fünf Minuten abgeschaltet werden können, könnte potenziell ein großes […]

  3. Windkraft ist cool

  4. Es wäre toll, wenn in den nächsten Jahren eine Methode entwickelt werden würde, wie man die überschüssige Energie effizient speichern kann. Ökostrom an sich ist ein toller Fortschritt und sollte weiterhin gefördert werden!


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