Verfasst von: Christian Reinboth | November 27, 2007

Neues Solarkraftwerk soll auch nachts Stom liefern

Eines der größeren Probleme beim Einsatz von Photovoltaik ist die mangelnde Versorgungssicherheit: An manchen Tagen gibt es mehr Sonnenschein, an anderen weniger und nachts ist es natürlich dunkel. Es ist daher schwer möglich, mit Hilfe der Photovoltaik eine Grundlastversorgung aufzubauen, da hierfür eine nahezu kontinuierlich verfügbare Leistung garantiert werden müsste. Für diese Basis-Problematik der Photovoltaik ist nun vielleicht eine Lösung in Sicht: Wie gestern auf wetter24.de berichtet wurde, wird die Solar Millennium AG demnächst in der spanischen Provinz Granada das Solarkraftwerk Andasol 1 in Betrieb nehmen – das erste Solarkraftwerk, mit dem eine kontinuierliche Energieversorgung sogar nachts gewährleistet werden soll.

Das Funktionsprinzip klingt einfach, aber genial: Über große Parabolspiegel wird Sonnenenergie genutzt, um zirkulierendes Spezialöl auf etwa 400°C zu erwärmen. Die Wärme treibt eine Dampfturbine an, die wiederum elektrischen Strom produziert – soweit das Basisprinzip eines sogenannten Parabolrinnen-Kraftwerks. Der Clou: In sonnenintensiven Stunden wird die überschüssige Energie dazu genutzt, kühleres Flüssigsalz über einen Öl-Salz-Wärmetauscher in einen Tank mit wärmerem Flüssigsalz zu pumpen. In den Abendstunden und während der Nacht kann dieses Flüssigsalz wieder in den kalten Behälter zurückgepumpt werden, wobei die gesammelte Wärmeenergie freigegeben wird und die Dampfturbine weiter in Betrieb hält. Laut einem Infoblatt der Schott AG, kann das System noch bis zu 7,5 Stunden nach Sonnenuntergang eine gleichbleibende Strommenge liefern, womit eine 24-Stunden-Versorgung fast schon greifbar nahe erscheint.

Die Großanlage wird insgesamt 50 MW Leistung liefern und damit rund 50.000 Haushalte versorgen können. Mitte 2008 soll das Kraftwerk ans Netz gehen – eine Inbetriebnahme, über die ich an dieser Stelle sicher gern berichten werde. Das Problem der Versorgungssicherheit wird jedoch auch durch Andasol 1 nicht vollständig gelöst, denn noch sind Herbst und Winter irgendwie zu überbrücken – auch wenn man in Spanien natürlich auch in der kalten Jahreszeit mit mehr Sonnenstunden rechnen darf als hierzulande. In äquatorialer Nähe sollten solche Anlagen jedoch eigentlich ganzjährig mit voller Leistung betrieben werden können – in jedem Fall also ein Schritt in die richtige Richtung.

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Responses

  1. Die Idee ist wirklich genial. Leider funktionieren diese Anlagen nur im großen Stil, weshalb wir Mitteleuropäer hier wohl nicht profitieren können. Letztendlich profitieren wir aber alle davon.

    Sind aktuell weitere ähnliche Anlagen in Bau? Ich habe letztens erst wieder etwas von einem Hochturm gehört. Das ist ebenfalls ein interessantes Prinzip.

  2. Richtig, für Mitteleuropa ist es bestimmt nicht die Technologie, die alle Probleme lösen wird, aber ein guter Ansatz ist es auf jeden Fall. Ich könnte mir vorstellen, dass insbesondere in den Staaten südlich des Äquators mit mehr Sonnenstunden damit eine fast schon konstante Energieversorgung möglich wäre.

    Zum Thema „Turm“ fällt mir nur das Aufwindkraftwerk (ebenfalls der Solar Millennium AG) ein, welches Turmform besitzt und entgegen der Bezeichnung auch ein Solarkraftwerk ist (und eben kein Windkraftwerk).

    Wäre sicher eine interessante Technik für einen weiteren Blogartikel. Das Funktionsprinzip eines solchen Aufwindkraftwerks findet sich hier:

    http://www.solarmillennium.de/start.php?pl0=21&pl1=104&cid=196

  3. Meine Antwort ist „Die Sonnenbahn“.
    100% klimafreundliche, regenerative Energie für Millionen!
    Ohne EEG, für Jahrhunderte, Joboffensive und Exportwunder.
    Für Deutschand, Europa und die Welt.
    Skript in drei Versionen lesen oder herunterladen von
    http://www.deutscher-solarverein.de.
    Danach den Link oder Artikel an Freunde weitersenden.
    Das würde helfen, den: Ohne Lobby bleibt es Hobby.
    Frank Lessing, Dresden


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