Verfasst von: Christian Reinboth | Januar 14, 2008

BEE spricht sich gegen Zertifikathandel aus

Nachdem das Thema bereits Ende 2007 schon einmal hochgekocht war, ist die Diskussion um den Zertifikathandel mit Erneuerbaren Energien wieder ausgebrochen. So kritisierte beispielsweise der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE), Johannes Lackmann, in einer auf glocalist veröffentlichten Mitteilung die vermeintlichen Ökostromangebote verschiedener deutscher Energieversorger.

Der Verband bezieht damit klar Stellung gegen die scheinbar mittlerweile gängige Praxis der großen Energieversorger, aus Kohle oder Atomkraft gewonnenen Strom durch den Handel mit EE-Zertifikaten „umzulabeln“ und dem Kunden dann anschließend als „grünen Strom“ zu verkaufen. Die Vorgehensweise beschreibt der BEE so: Die auch für alte Wasserkraftanlagen vergebenen Öko-Zertifikate werden von den Betreibern dieser Anlagen an den meistbietenden Stromhändler verkauft, der dann damit seinen Strom „schmückt“ – Strom, der nur in den wenigsten Fällen nicht aus Kohle- oder Atomkraftwerken stammt. So wird konventioneller Strom zu grünem Ökostrom – ein handfester Etikettenschwindel, der die Verbraucher nachdenklich stimmen sollte. Denn diese greifen für „Ökostrom“ ja der Umwelt zuliebe auch gerne einmal etwas tiefer in die Tasche…

Natürlich kommt das Geld selbst auf diesem Umweg noch den Produzenten grüner Energie zugute, so dass an der allgemeinen Sinnhaftigkeit des Zertifikate-Handels kaum gezweifelt werden kann. Dennoch haben die Verbraucher ein Recht auf mehr Transparenz – so sollte stets klar sein, wieviel Prozent des eigenen Strom-Mixes aus welcher Quelle stammt. Anregungen hierfür lassen sich beispielsweise bei Greenpeace Energy holen, wo die Zusammensetzung des Strom-Mixes quasi tagesaktuell veröffentlicht wird. Der BEE weist in diesem Zusammenhang auf das „Grüner Strom Label“ hin: Kunden eines als GL-Strom zertifizierten Angebots zahlen je kWh einen Aufpreis von mindestens einem Cent, der für den Neubau von EE-Anlagen verwendet wird, die mit dem EEG allein nicht wirtschaftlich wären – eine gute Sache.

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Verfasst von: Christian Reinboth | Januar 6, 2008

CDU für Geothermie-Studiengang

Bereits im November hatte ich auf diesem Blog über eine Studie des BMU berichtet, die zu dem Schluss kam, dass im EE-Bereich in Deutschland bislang noch viel zu wenig akademische Lehre stattfindet. So besuchen laut BMU aktuell lediglich 1.200 Studierende vollständig auf Erneuerbare Energien ausgerichtete Studiengänge – für eine der führenden Nationen in der EE-Technik erschütternd wenig.

Nun tut sich Positives in Rheinland-Pfalz: Die CDU-Fraktion im Landtag fordert die Einrichtung eines exklusiv auf den regenerativen Bereich ausgerichteten Geothermie-Studiengangs. Dem umweltpolitischen Sprecher der Fraktion Dr. Thomas Gebhart zufolge, existieren gerade in Rheinland-Pfalz beste Voraussetzungen für die breit angelegte Nutzung von Erdwärme. Dem Land mangele es allerdings an akademischen Fachkräften, insbesondere an auf geothermische Anlagen spezialisierten Tiefbau-Ingenieuren – darum auch der Vorstoß in Sachen Bildungspolitik. Da kann man nur hoffen, dass der gute Gedanke nun auch weiterverfolgt wird – und vielleicht gehören die neuen Fachkräfte dann ja auch zu den Ersten, die mit der Lokalisierung von Erdenergie-Quellen unter Einsatz des neuen Helium-Isotopen-Verfahrens vertraut gemacht werden, über das ebenfalls bereits in diesem Blog berichtet wurde.

Verfasst von: Christian Reinboth | Dezember 31, 2007

Auf ein “grünes Jahr” 2008

Das Jahr 2007 neigt sich schnell dem Ende zu – Grund genug für mich, über die bisherigen Erfahrungen mit diesem Blog zu reflektieren und einige gute Vorsätze fürs kommende Jahr ins Auge zu fassen. Dabei ist 2007 für mich aus “Bloggersicht” natürlich ein verkürztes Jahr, denn der Erneuerbare-Energie-Blog existiert ja erst seit Oktober. In diesen drei Monaten habe ich es auf 20 Beiträge gebracht, von denen die meisten nicht nur gelesen, sondern sogar kommentiert wurden, was mich natürlich besonders freut. Insgesamt habe ich von der überschaubaren EE-Blog-Community überhaupt einen hervorragenden Eindruck gewonnen und freue mich über jeden engagierten Blogger, den ich im neuen Jahr noch meiner Blogroll hinzufügen darf.

Erstaunt haben mich in jedem Fall die Zugriffszahlen – über 1200 Visits in knapp unter drei Monaten sind beileibe kein Pappenstiel, auch wenn man die Zahl natürlich nicht mit 1200 Besuchern gleichsetzen darf. Da aber jede IP pro Tag nur einmal vom System gezählt wird, dürften es doch etliche Leser gewesen sein, die sich im auslaufenden Jahr auf diesen Seiten eigefunden haben, was wieder einmal zeigt, wie populär die Thematik inzwischen erfreulicherweise geworden ist. Auf das größte Interesse sind dabei laut Serverstatistik die Beiträge zum EEWärmeG und zum allgemeinen Klimaschutzpaket der Bundesregierung gestoßen, die auch aus meiner Sicht zu den entscheidenden Entwicklungen im EE-Bereich des letzten Jahres zählen.

Nachdem schon von verschiedenen Seiten her prophezeit wurde, dass für 2008 ein weiterers deutliches Wachstum auf dem Markt für Erneuerbare Energien zu erwarten ist, gehe ich davon aus, dass uns auf diese Weise auch wieder viele positive und richtungsweisende Entwicklungen und Entscheidungen ins Haus stehen, über die natürlich auch im kommenden Jahr in diesem Blog ausführlich und zeitnah berichtet werden soll. In diese Sinne freue ich mich auf das von Franz Alt beschworene “grüne Jahr” 2008 und hoffe, dass dieser Blog auch im neuen Jahr etliche Leser ansprechen wird. Allen Anregungen und Verbesserungsvorschlägen stehe ich natürlich auch weiterhin aufgeschlossen gegenüber. Wer also mithelfen möchte, diesen Blog noch lesenswerter zu machen, kann mich gerne jederzeit kontaktieren – schließlich schreibe ich hier nicht für mich, sondern für die EE-begeisterten Leser, und interessiere mich daher für jede Meinung.

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